Bei der Linde

R. Franz

Als die Linden trieben,

Weckte süße Hoffnung

Neuer Lust entgegen

Meine schlummertrunkne Seele.

Nun die Linden blühen,

Ist der Stern erloschen

Und nach Ruhe zittern

Meine tagesmüden Augen.

In die weiche Rinde

Schnitt ich ihren Namen,

In ihr warmes Herz

Senkt' ich meine junge Liebe.

Rind' ist hart geworden

Und der Nam' verwachsen,

Und ihr Herz ist kalt,

Und die Hoffnung hat gelogen.