Beim Scheiden
R. Franz
Zwei Röslein thät sie schneiden,
Zwei Röslein roth wie Blut
Und frisch wie ihre Wangen,
Die steckt' sie mir beim Scheiden,
Da sie mein Arm umfangen,
Mit Thränen auf den Hut.
,, Lieber Schatz, nun laß Dein Weinen,
Die Liebe welket nicht,
So wie die Rosen sterben.``
So ging ich von der Kleinen
Und sahe
weiß
sich färben
Ihr lieblich Angesicht.
Ade! nun komm' geschwinde,
Du weißer Winterschnee,
Mein Sommer ist verglommen.
Wann weh'n die Frühlingswinde,
Da ich kann wiederkommen
Und nie mehr sag' Ade?
Die Rose welket schnelle
Und wird bald wieder grün,
Dann
röthen
sich die Wangen:
Und an der lieben Stelle,
Wo rothe Rosen prangen,
Wird auch die Myrte blüh'n.