Der junge Tag erwacht
R. Franz
Der junge Tag erwacht,
Der schöne Morgen lacht
Und schüttelt sich die Locken;
Wie Festgeläut der Glocken
Durchbebt die Luft ein Klang
Mit lieblichem Gesang.
Durch meine Seele ziehn
Die alten Melodien
Aus meiner Kindheit Tagen,
Wie wenn von ferne schlagen
Die Nachtigallen sacht
In einer Maiennacht.
Und in dem Herzen schwillt
Und aus dem Auge quillt
Ein Bangen und Verlangen,
Als wär' schon wieder gangen,
Nachdem sie kaum erwacht,
Der jungen Sonne Pracht.