Du grüne Rast im Haine

R. Franz

Du grüne Rast im Haine

Laß mich in dir verweilen

Du hast die Kraft alleine,

Ein krankes Herz zu heilen.

Wo flüsternd sich die Bäume

Ihr heimlich Glück erzählen,

Soll sich in meine Träume

Kein bleicher Kummer stehlen.

Ihr lauen Himmelslüfte,

Ihr süßen Waldeslieder,

Ihr frischen Maiendüfte,

Gebt mir die Ruhe wieder. --

Doch wie erschreckt die Rehe

Dort durch die Büsche beben:

So zuckt das alte Wehe

Durch mein geheimstes Leben.

Verloren, ach! verloren,

Gestorben und verdorben!

Mein Lenz war kaum geboren

Und ist so früh gestorben. --

Du grüne Rast im Haine,

In dir will ich verweilen,

Du hast die Kraft alleine,

Mein krankes Herz zu heilen.