Es klingt in der Luft

R. Franz

Es klingt in der Luft uralter Sang,

Nicht Jubelruf, nicht Wehgeschrei,

Und doch so süß, und doch so bang,

Als ob er Beides sei.

Wer ihn gehört, der ward so reich,

Als hab er genug geträumt und gelebt,

Als sei ihm Tod und Leben zugleich

Aus Klang und Duft gewebt.

Wer ihn gehört, dem wird so schwer,

Als sollt' er leben zum erstenmal,

Wo Alles wüst und Alles leer,

Sich selbst und der Welt zur Qual.

Ihm ist wie einem vergessnen Ton,

Den Niemand wieder erkennen mag,

Der aber vor alten Zeiten schon

In holdem Kreise lag...