Frühlingsklage

R. Franz

Nun wird es wieder grün auf allen Wiesen,

und hat die Augen Veilchen aufgeschlagen,

es will die Vöglein aus der Ferne grüßen,

erwacht von ihrer Melodien Klagen.

Und aus der stillen Winterkammer steigen

die Blumen all in ihren Lenzgewändern,

und winken froh sich mit so sanftem Neigen,

geschmückt mit ihren bunten Purpurbändern.

Ach, welch' Gedränge auf den frischen Wiesen

von Blumen, welches Leben durch die Lüfte;

aus jedem Baume wollen Knospen sprießen,

es blühen neu die tiefsten Bergesklüfte.

Da sang auch ich aufs neue meine Lieder,

wollt' meiner Liebe süße Grüße sagen,

doch Stille rings; ein Echo hallt es wieder:

man hat das Liebchen dir ins Grab getragen.