Mailied
R. Franz
Empfangt den Mai mit Blumen,
Er ist so schön und fein,
Bekränzet Thür und Fenster
Und ladet ihn fröhlich ein;
Bereitet ihm die Wege
Und schmücket ihm das Haus,
Und treibet aus euren Herzen
Nun alle Sorgen aus.
Ja in die Herzen lasset
Einzieh'n den seligen Mai
Und denkt, daß ihm die Liebe
Die liebste Blume sei,
Die Liebe, die von Herzen
Beständig ist und treu,
Denn Treue nur erhält sie
Stets maienfrisch und neu.
Was wäre die schönste Rose
Erfüllte sie nicht die Luft
Mit ihres süßen Hauches
Balsamischem Blüthenduft?
Was wäre wohl die Liebe
Wenn nicht ein treu' Gemüth
Ewig die Wonne bewahrte,
Die einmal ihm erblüht?