Marie
R. Franz
Marie, am Fenster sitzest du,
Du einfach Bürgerkind,
Und siehst dem Spiel der Blüthen zu,
Verweht im Abendwind.
Der Bürger, der vorüber geht,
Er lüftet fromm den Hut.
Du bist ja selbst, wie ein Gebet,
So fromm, so schön, so gut.
Die Blumenaugen seh'n empor
Zu deiner Augen Licht!
Die schönste Blum' im Fensterflor
Ist doch dein Angesicht.
Ihr Abendglocken, grüßet sie
Mit süßer Melodie!
O brech' der Sturm die Blumen nie,
Und nie dein Herz, Marie!