Verlass' mich nicht!

R. Franz

Die Schwalbe zieht, der Sommer flieht,

Und Alles muß sich trennen,

Ich weiß nicht mehr, wie mir geschieht,

Und meine Sinne brennen.

Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht,

Wenn alle Freuden eilen,

Und laß mein zagend Angesicht

An deinem Herzen weilen.

O zieh nicht in die kalte Welt

Nicht in die Welt voll Schlangen,

So lang' ein warmer Arm dich hält

Mit treuem Druck umfangen.

Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht,

Lieb, laß mich nicht verderben,

Dich sehn ist Leben, Lust und Licht

Und dich verlieren Sterben.

O Liebster bleib, nie kehrt zurück,

Was einmal dir entschwunden,

Denn leichte Schwingen hat das Glück

Und weilet kurze Stunden.

Verlaß mich nicht, verlaß mich nicht,

Um Gott! in diesen Tagen,

Wo kalter Tod die Blumen bricht

Im Herzen und im Hagen.