Herzefreude
R. Fried
Ich thät in meinem Gartenbeet
Ein Kraut in Treuen hüten,
Das war von süssem Duft umweht
Und reich geziert mit Blüthen.
Allein der Teufel Neidelhart
Hat mir die Lust verleidet.
Es hat ein Bock mit langem Bart
Mein Kräutlein abgeweidet.
Herzfreude war das Kraut genannt,
Daran ich Lust und Trauer fand.
Darauf ich einen Falken fing
Mit Augen sonnenhelle,
Und wo ich stand und wo ich ging,
Der Falk war mein Geselle.
Allein der Teufel Neidelhart
Thät mir die Lust verderben.
Ein Geier griff den Falken zart,
Der Arme musste sterben.
Herzfreude hiess mein Federspiel,
Das schuf mir Lust und Trauer viel.
Ich bin in meinem Herzeleid
Durch's weite Land gefahren,
Da fand ich eine schlanke Maid
Mit seidenweichen Haaren.
Und keines üblen Teufels List
Kann mir die Traute stehlen,
Dieweil mein Lieb ein Englein ist,
Dem nur die Flügel fehlen.
Herzfreude nennt sich mein Gespiel,
Das schafft mir Lust und Wonne viel.