Wilder Ritt

R. Glickh

Sie liebt mich nicht, ihr Ohr ist taub!

Nie wird in ihrem Arm mir Rast!

Greif' aus, mein Roß! Aufwirbelt Staub,

Das Mondlicht flirrt um Zweig' und Ast.

Der Wald, der felsenumragte,

Schweigt träumend in Einsamkeit:

Das Echo nur hallt, als jagte

Ein Andrer uns zur Seit'.

Unruhig schnaubst du und zitterst und bangst

Und wirfst dein Haupt, mein schönes Thier!

Spürst du beklemmende Todesangst?

Greif' aus, zu säumig bist du mir!

Tief unten im Thalesschlunde,

Da klaffen die Felsen weit,

Und gehn wir dort beide zu Grunde,

Um dich nur wär' es mir leid!