Die Rose

R. Gund

Rose du am Borne, rote Rose!

Was erblühst du so in voller Schöne?

Wär' wohl versucht, dich abzubrechen,

Doch für wen? Das ist die bange Frage.

Meine Mutter ruhet tief im Grabe;

In die Schlacht gezogen ist der Bruder;

Mit dem Manne, welcher sie erkoren,

Fortgezogen ist mir auch die Schwester,

Und der Liebste? Drei Gebirge scheiden,

Drei Gewässer ihn von meinem Busen...

Blühe fort auf deinem Stock, o Rose,

Tränenübertaut und ungebrochen!