Virgo et Mater

R. Heuberger

Der Jungfrau Bild,

Im Arm das Kind,

Blickt sanft und mild

Durch Nacht und Wind.

Ein armes Mägdlein kniet davor,

Sie schaut nur dann und wann empor,

Doch wenn das Lämpchen Funken sprüht,

So sieht man, wie sie glüht.

Die Lampe geht

Auf einmal aus!

Ihr Athem steht,

Sie schwankt nach Haus.

Die Jungfrau kann ihr nicht verzeihn,

Die Mutter wird sie benedein,

Stellt sie der Heil'gen über's Jahr

Mit ihrem Kind sich dar.

Sie fühlt's, und spricht:

Du reine Magd,

Dir gleich' ich nicht,

Doch unverzagt!

Dir, Mutter, die der Sohn erkannt,

Die unter'm Kreuz noch bei ihm stand,

Dir will ich gleichen für und für,

Und dann vergibst du mir!