Jägers Heimkehr

R. Hirsch

Wenn ich in der Abendröte

nach des Tages heißen Müh'n

so zu meinem Häuschen trete,

heimkehr' zu der Holden hin,

schlagen lustig an die Rüden,

und sie hüpfet aus der Tür,

herzt und küsst mich Wandersmüden

und reicht zum Kuss den Säugling mir.

Dann in seligem Verlangen

schling' ich meinen Arm um sie,

streichle ihr die rosigen Wangen.

denn scheiden muss ich morgens früh.

Muss zur Jagd am frühen Morgen

in den finster'n Tannenwald,

wo das Wild sich hält verborgen

und die Büchse donnend knallt.

Stille wird es nun und dunkel,

traulich in der Stube Raum,

und der Sterne sanft Gefunkel

schlinget sich in unser'n Traum.

Seh'n wir auch das Licht verschweben,

und verlischt das Lämpchen schnell,

abends erst im Jägerleben

brennt die Flamme der Liebe hell!