Verschmähte Liebe

R. Hirsch

Du, du konntest eine Rose still entblättern, wohlgemut,

während dich um jene Rose heiß beschwor mein junges Blut!

Du, du konntest heiter singen, während stumm ich vor dir stand,

und nur meines Auges Flamme meine Liebe dir bekannt!

Du, du konntest munter tanzen, während ich, im Schmerz geknickt,

dich, mit Augen Mitleid flehend, wie im Sterben angeblickt!

O möge niemals dir geschehen, dir, die mich so kalt verschmäht,

dass es deinem Herzen, Mädchen, wie dem meinen einst ergeht!

O, du würdest nimmer singen, hüpfen, gaukeln leicht und frei,

denn nur der, der's selbst erfahren, weiß es, was verschmähte Liebe sei.