Burschenjahrzeit
R. Maurmeier
Als der Lenz den Blütensegen
Goss in's maiengrüne Land,
Ach wie hat in heissen Schlägen
Freude dir mein Herz gebrannt!
Hell des Aug' und scharf die Klinge,
Stark den Arm und frei die Brust
Hab' ich Euch gegrüsst mit Singen
Und mit rebensüsser Becherlust
Meiner Brüder vielgeliebte Reihen
Und mein stolzes Burschenband.
Sommersglut vom Himmelsbogen
Gab zu Arbeitsmüh'n Geleit,
Vielgeliebt und vielbetrogen
Hab' ich Glück um dich gefreit;
Wenig war's, was du gehalten,
Jungverheissnes Paradis
Und von deinen Lichtgestalten
Blieb die Ehr'nur,
die mich nie verliess,
Und die Treue, die ich zugeschworen
Meinem teuren Burschenband.
Herbstlich müd' in Abendlüften
Rauscht des Waldes fahl Gewand,
Lerchensang und Blumendüften,
All' die Sonnen pracht entschwand.
Wie so bald verblasst die Farben
Und so licht der Brüder Reih'n,
Nur die wetterbraunen Narben
Mahnen leis noch an die Lust im Mai'n,
Ferner Tage halbvergess'ne Lieder
Und mein altes Burschenband.