Mein Würzburg
R. Maurmeier
Nennt man mir drei Wunderdinge,
Frauen, Lieder und den Wein,
wird's im Herzen mir als genge
drüber auf der Sonne Schein,
und die Nebelschleier fallen
drein die Nacht die Berge Hüllt,
fromme Beter seh' ich wallen,
Glokkenklang die Lüfte füllt.
Und mich fasst ein froh' Entzükken,
wie verklärt im Morgenstrahl
liegst du da vor meinen Blikken,
märchengleich im duft'gen Tal,
mit des Frühllings Brautgewanden
herrlich leuchtend angetan,
Kleinod du in Frankenlanden,
Stadt des heil'gen Kilian!
Sonnengold, auf deinen Höhen
wandelt sich's zum Feuerwein,
Morgenwind mit süssem Wehen
giesst der Blüten Balsam drein,
und im Herzen löst sich wieder,
was im Wein gepaart so hold:
Blumendüfte werden Lieder,
Liebe wird aus Sonnengold.
Lieder zieh'n auf leichten Schwingen
wie der Früh'wind kosend rauscht
und dim sehnsucht sweichen Singen
neigt die Schöne sich und lauscht.
Lieder sind der Minne Boten,
Liebchens Aug'flammt sonnenhell,
küsst von Lippen keck, von roten,
Liedes Lohn sich der Gesell.
Grün Gelände, Silberfluten,
blauer Himmel, Pilgersang,
und darein der alten guten
Kirchenglokken Feierklang!
Ja mir ist's, als ob mir' klinge
wie ein Grüssen her vom Main,
nennt man mir die Wunderdinge
Frauen, Lieder und den Wein.
Und mich fasst ein froh Entzükken,
wie dereinst im Morgenstrahl
seh' ich dich vor meinen Blikken,
seg'ne dich viel tausend mal,
mit des Frühlings Brautgewanden
herrlich leuchtend angetan,
Kleinod du in Frankenlanden,
Stadt des heil'gen Kilian!