Das verlassene Mädchen
R. Radecke
Es steht eine Lind' im tiefen Thal,
Darunter [bin so manches Mal,
So manches Mal],
Mit meinem Lieb gesessen;
Jetzt steht der Baum so dürr und kahl,
Mein Schatz ist über [Berg und Thal,
Ja Berg und Thal],
Der hat mich wohl vergessen!
Und auf dem Berg, da steht ein Haus,
Da ging mein Lieb [wohl ein und aus,
Wohl ein und aus],
Und sah ins Thal hernieder;
Jetzt tobet dort der Stürme Graus,
Mein Schatz, der zog [ins Land hinaus,
Ins Land hinaus],
Und kehret nimmer wieder!
Und ob dem Haus, da steht ein Stern,
Der sieht mein Lieb [wohl in der Fern,
Wohl in der Fern],
Fortwandeln durch die Gassen;
Ich hatte meinen Schatz so gern,
Geklaget sei es [Gott dem Herrn,
Ja Gott dem Herrn],
Daß er mich hat verlassen.