Deutsche Hymne
R. Radecke
Glorreich auf dem Erdenrunde
Steht das deutsche Vaterland!
Nord und Süd zum ew'gen Bunde
Sind vereint mit Herz und Hand!
Von dem Alpen bis zum Meere
Herrscht des Kaiserscepters Macht;
Für des Reiches Ruhm und Ehre
Gut und Blut sei dargebracht.
Heil dem Kaiser, groß und hehr!
Heil dem Reich vom Fels zum Meer!
Stark in sich und fest gegründet,
Ist's der Freiheit sich'rer Port!
Mit der Wahrheit treu verbündet,
Ist's des Rechtes heil'ger Hort.
Nicht den Lorbeer sucht's zu pflücken,
Der da sproßt auf blut'gem Feld,
Mit des Friedens Rosen schmücken
Möcht' es sich und alle Welt.
Heil dem Kaiser, groß und hehr!
Heil dem Reich vom Fels zum Meer!
Doch wer Deutschlands Recht und Ehre
Zu bedrohen sich erkühnt,
Sei gewiß, daß Deutschlands Heere
Kämpfen, bis die Schmach gesühnt!
Alle werden Wacht wir halten
Ob dem Reich nach deutscher Art,
Wie gethan vordem die Alten
Unter Kaiser Silberbart.
Heil dem Kaiser, groß und hehr!
Heil dem Reich vom Fels zum Meer!
Hört Ihr's rauschen in den Eichen,
Brausen stolz von Strom zu Strom?
Auf den Bergen Flammenzeichen,
Glockenklang von Dom zu Dom!
Zu der Sonne kühnlich schwinget
Deutschlands Adler sich empor;
Und in alle Lande dringet
Deutscher Herzen Jubelchor:
Heil dem Kaiser, groß und hehr!
Heil dem Reich vom Fels zum Meer!
Sei, o Gott, Du allerwegen
Deutschlands Burg und Deutschlands Hort;
Ströme nieder Deinen Segen
Auf den Kaiser fort und fort.
Deutsche Sitte, deutsche Treue
Walt' in uns durch alle Zeit;
Blühe immerdar aufs neue
Deutschlands Macht und Herrlichkeit!
Heil dem Kaiser, groß und hehr!
Heil dem Reich von Fels zum Meer!