Frühlingslied
R. Schwalm
Ich habe die wilden Nächte so gern
Im stürmischen frühen Märzen: --
Hie und da im Gewölk ein einzler Stern,
Wie ein Hoffen in dunklem Herzen.
Ein Wallen und Wehen in Flur und Wald, --
Die braunen Zweige beben
In freudiger Ahnung, daß sie bald
Sich mit sprossendem Grün beleben.
Ein zitterndes Licht auf den Wassern schwebt, --
In der Luft ein geschäftiges Rauschen,
Als sei sie von tausend Geisten belebt: --
Dann wieder ein harrendes Lauschen.
Das sind die Nächte, da ferne her
Die Grüße des Frühlings wogen:
"Geduld! ich säume nicht lange mehr,
Dann komm' ich ins Land gezogen."