Strophen

R. Steuer

O mein einsam einsam einsam Kissen!

Wo ist der Geliebte, wo ist er?

Sah im Traum sein Schiff ich auf dem Meer,

Fern -- weit fern -- von Wellen fortgerissen?

D mein einsam einsam einsam Kissen!

Warum lieg' ich doch hier so allein?

Und wie lang wird diese Nacht mir sein,

Und wie viel werd' ich noch weinen müssen?

O du einsam freudenloses Kissen,

Gib mir Träume für mein brechend Herz!

Denn am Tag begrüßt mich neuer Schmerz;

Eh' ich sterbe, laß mich noch ihn wissen!

Dann bist du nicht mehr ein einsam Kissen,

Wenn mein Arm noch einmal ihn umschlingt

Und mein letzter Hand ihm Abschied bringt;

Freudig sterb' ich dann an seinem Küssen.