Hinab
R. Stöhr
Abwärts donnern von den Bergen Flüsse,
abwärts rollen Lawinenstürze. Selbst die
ewigen Lichter, aus leuchtenden Bahnen gerissen,
taumeln hinab in endloser Nacht, zerstreuend
ihres Sonnentraums funkelnde Reste.
Nur den Menschen, so lange er atmet,
drängt es hinauf, hinauf zum Lichte,
treibt es auf ruh'losen Füßen nach oben;
und dennoch erreicht seine Sehnsucht nimmer
die göttliche Gipfelvollkommenheit!
Dort oben aber wähnt er die Quellen
des ewigen Lebens, dort oben winken
leuchtend in stiller Höh'
Sterne der Wahrheit.
Und weiter klimmt er empor zu ihnen,
bis das Herz, vom Tode mit lähmenden Händen
berührt, den letzten, zuckenden Schlag tut.
Dann, ja dann geht auch für ihn
die Straße hinab.
Hinab mit den talwärts rinnenden Quellen,
hinab mit stürzenden Sternen zur lichtlosen Nacht,
hinab zur Tiefe.