Reiter im Herbst
R. Stöhr
Vier wilde Gänse schrecken scheu empor.
Wer reitet noch am Abend übers Moor?
Der dicke Nebel teilt sich schwer und träg',
ein rotbraun Rösslein klappert übern Weg.
Ein Rittersmann; sein Fähnlein schwimmt im Tau,
schwarz ist die Rüstung, und sein Auge grau
blickt starr und still wie in ein weites Grab.
Sein Rösslein nagt am Weg die Kräuter ab.
Er reitet wie verdrossen, wie im Traum;
wohin er blickt, erschauern Busch und Baum,
und was er streift mit seiner Eisenhand,
Riedgras und Rohr, sinkt nieder wie verbrannt.
So taucht er langsam in das Nebelmeer;
dicht fallen welke Blätter hinterher.