Träume

R. Stöhr

Es kommt ein Klang gezogen

wohl über das dunkle Meer;

das sind die Träume, sie wogen

am nächtlichen Himmelsbogen

wie flimmernde Nebel daher.

Wer schwebt dort so alleine

in der Gestalten Flut?

Stolzer und schöner ist keine,

o Lilie, du schlanke, du feine,

wir kennen uns nur zu gut!

Wen sucht dein Auge? Wo weilet

jetzund dein treuloser Flug?

Rasch ist der Schwarm zerteilet;

sie schaut mich nicht an und eilet

vorüber im Geisterzug.