Wanderschwäne

R. Stöhr

Meine scheuen Lieder,

Die sind wie wilde Schwäne:

Sie brausen über Meere

Und finde keine Heimat.

Verwunsch'ne Königskinder,

Sie tragen nachts ihr Krönlein

Und morgens überm Schneekleid

Den Tau in Herzbluttropfen.

Hörtest du je sie tönen,

Die purpurweißen Schwingen,

Wie sie die Wolken schlugen

Im Brausen ihrer Sehnsucht --

Und dröhnten an die Sterne?

Ach, falte brünst'ge Hände,

Daß Gott sie bald erlöse,

Daß sie die Heimat finden!