O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, der ersten Liebe gold'ne Zeit!
R. Tourbié
Nach Schnee und langer Winternacht
zog junger Lenz ins Land hinein;
zu neuem Blüh'n ist aufgewacht
nun Wald und Wiese, Flur und Hain!
Und alle Herzen, die noch offen,
durchjauchzt es laut in Seligkeit:
O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
der ersten Liebe gold'ne Zeit!
Im Wonnemond, zur Frühlingszeit,
stand still er an dem Blütenhage;
da gab die wunderholde Maid
ihm Antwort wohl auf seine Frage.
Kein Leid hat noch das Herz getroffen,
d'rum jubelnd klingt es weit und breit:
O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
der ersten Liebe gold'ne Zeit!
Der Herbstwind kam, es fiel das Laub,
umdüstert ward alsbald die Sonne,
zerfall'n das Glück wie leerer Staub,
dahin Lenz, Liebe, Lust und Wonne.
Da tönt's im Herzen so betroffen:
Kehr' wieder, Glück und Herrlichkeit,
du zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
der ersten Liebe gold'ne Zeit!