Der rheinische Postillon

R. von Gericke

Es trage mein Lied in die Ferne

Den lustigen Morgenwillkomm,

Und grüße mit schmetterndem Klange

Mein Mädel, so lieb und so fromm.

Trara, trara!

Mein Mädel, so lieb und fromm.

Nun bin ich bald wieder im Lande,

Wo tanzend schaukelt der Kahn,

Da blas' ich die Mädels zusammen,

Und Niemand sieht mir's an.

Und komm' ich mit fröhlichem Liede

Zum Städtchen an's heimische Thor,

Da gucken aus Fenstern und Thüren

Die schlanken Dirnen hervor.

Trara, trara!

Die schlanken Dirnen vor.

Sie stehen und schauen und schauen,

Die lieben Guckäuglein verweint,

Ich grüße zur Rechten, zur Linken,

Doch keine weiß, wen ich gemeint.

Das ist doch ein lustiges Leben,

Viel schöner als König und Thron,

Es tauscht nicht mit Großen der Erde

Der pommersche Postillon.

Trara, trara!

Der pommersche Postillon.

Und reit ich nicht mehr in das Weite,

Wo selige Liebe mir blüht,

Dann blas't mir noch über dem Grabe

Ein heit'res Morgenlied!