Du Stern des Lichts

R. von Hornstein

Weil jede Brust ihr Leben,

Ihr bestes Gut

Sich sehnt dahinzugeben,

Klang, Duft und Glut:

So geb' ich dir zu Stunde

An dich geschmiegt

Was Edles mir im Grunde

Der Seele liegt.

Mein Denken nimm, mein Sehnen,

Das ernst und still

Nur, wie der Thau, in Thränen,

Dir nahen will;

Nimm aller Wünsche Segen,

Und was zur Frist

Lichtglanz auf meinen Wegen

Und Schatten ist;

Den Geist, der ohne Steuer

Im Strudel sinkt,

Wenn nicht als leitend Feuer

Dein Aug' ihm winkt;

Mein Lied, das dich nur meinet

Mit jedem Gruß,

Und weil mit dir es weinet,

Oft weinen muß;

Nimm ganz mein Herz, verklär' es,

Du Stern des Lichts!

Ach, ohne Liebe wär' es

Ein trostlos Nichts.