Komm zu mir

R. von Hornstein

Um ein süßes Meingedenken

hab' ich, Holde, dich gebeten,

seit zu mir in meine Träume

SYSTEMist dein liebes Bild getreten.

Deiner Augen frommes Lächeln

sprach zu meinem kranken Herzen:

„Komm zu mir, dass Perlen werden

aus den Tränen deiner Schmerzen!“

Und das Wort ist durch mein Leben

wie ein Sonnenstrahl gedrungen;

wieder hab' ich wie der Vogel

in der Maienluft gesungen.

Und ich falte meine Hände;

ach, ich hab' so viel zu beten,

seit zu mir in meine Träume

SYSTEMist dein liebes Bild getreten.

Wie ein stiller Segen Gottes

blickt der Abendstern hernieder

in den Traum der Lindenblüten,

in der Nachtigallen Lieder.

Denn Gott sprach zum Abendsterne:

„Sollst bis in die Seele dringen,

sollst ihr nach dem Kampf die Ruhe,

nach dem Schmerz den Frieden bringen.“

Aus dem Himmel kommt das Leben

nieder zu der armen Erde,

dass sie wie der Himmel selber

licht und wunderprächtig werde.

Aus dem Himmel kommt der Frieden

nieder in das Herz, das arme,

wieder fängt es an zu maien

nach dem tiefen, dunklen Harme.

„Komm zu mir!“ Das ist der Zauber,

der mich seitdem hält gebunden,

weil mein Herz in deinem Herzen

seinen Himmel hat gefunden.

Und wie von dem Himmel droben

zu der Erde kommt das Leben,

hat dein süßes Wort auch Frieden

meinem armen Herz gegeben.

Seitdem blüht ein neuer Frühling

wunderprächtig tief im Herzen,

und zu Perlen sind geworden

all die Tränen meiner Schmerzen.

Darum falt' ich meine Hände;

ach, ich hab' so viel zu beten,

seit zu mir in meine Träume

SYSTEMist dein liebes Bild getreten.