Mit einem Blumenstrauss

R. von Hornstein

Wär' ich in den Bergen, wohl brächt' ich dir

zum Gruß einen Strauß mit schmuckem Gedicht,

im Strauße die einfache Alpenzier,

doch frisch meine Worte und froh mein Gesicht.

Umrauschet vom Sturme auf felsiger Höh',

am Rande des Gießbachs, in Wald und Gestein,

was Herbst noch ließ sprießen in Nebel und Schnee,

ob wenig, so teurer; es wäre dein.

Nun bring' ich Blumen von Gärtners Hand,

gepflückt und gewunden - ich bin ja weit

von Bergen und Quellen und Tannenstand

und ach, von der jauchzenden Seligkeit!

Fürlieb musst du nehmen am heutigen Tag;

eins blieb ja dasselbe wie damals so heut':

Im Herzen des Wunsches und Dankes Schlag,

der Blumen und Worte dir fröhlich beut.