Mein Glück

R. von Procházka

Hab' mondenlang, ein sel'ger Mann,

das Glück im Herzen getragen,

und nun ich's mit Händen fassen kann,

nun fang' ich an zu zagen.

Nun frag' ich mich, wer ich denn bin,

dass dieses lachende Leben

sich meinem ernsten Mannessinn

mit Herz und Seele ergeben!

Ich schelte mich selber einen Tor

und frevelnd mein Begehren;

mein eigen Herz bäumt sich empor

und will sich des Glückes erwehren.

Und plötzlich, da kommt es wie selige Ruh',

wie heiligen Friedens Walten:

Du bist mein Glück, mein Glück bist du,

und ich will stille halten.