Schlafe, mein Kind
Wagner, Richard
Schlaf' in meinem Arm,
müd von Spiel und Scherzen!
Du kennst noch nicht Harm,
kennst nicht Sorg' und Schmerzen;
du lächelst gelind,
muß so ich dich sehen,
mein Herz möcht vergehen:
Schlaf', schlafe mein Kind!
Schlaf' auf meinem Schooss,
träum' im Sorgenschatten!
Ein grausames Los
raubte mir den Gatten,
drum vor jedem Wind
wahr' ich dich mit Beben,
mein Alles, mein Leben,
Schlaf', schlafe mein Kind!
Schlaf' süß heute Nacht
bis zum lichten Morgen!
Dein Schutzengel wacht,
hält wohl dich geborgen;
die Äugelein sind
dir nun zu gefallen,
verstummt ist dein Lallen,
schlaf', schlafe mein Kind!