Die Glocke

R. Wüerst

Schön Käthchen saß vor der Thür und spann

Beim Feiergeläute der Glocken,

Und wie sie träumte, und wie sie sann,

Benetzt' ein Thränchen den Rocken.

O süßer Traum!

Bim baum! bim baum!

Da klopft ihr die Brust, und sie seufzet tief:

Ach, wenn doch das Läuten zur Trauung rief!

Und wie es im Dunkel der Laube rauscht,

Erglühen ihr Lippen und Wangen:

Der Bräutigam ist es, er hat gelauscht,

Und kommt nun die Braut zu umfangen.

Sie atmet kaum --

Bim baum! bim baum!

Und Wilhelm reichet die Hand ihr dar:

Es rief sie die Glocke zum Traualtar.