Mein Lieb ist eine Blume wild

R. Wüerst

Mein Lieb ist eine Blume wild,

Ein wilde, wilde Blum',

Und was mein Herz und Aug' erfüllt,

Ist all ihr Preis und Ruhm.

Eine wilde Blume, licht und hell,

Die blüht nicht auf am Waldesquell,

Die blüht nicht auf am Wiesenrain --

Hell blüht sie auf am Herzen mein.

CHORUS

Mein Lieb, daß Gott dich vielmal grüß,

Mein wilde, wilde Blume süß!

Durch Fern' und Zeit, in Lust und Leid

Bist mein du nun in Ewigkeit.

Im Garten rings der großen Welt

Zieh still umher ich weit.

Wie ist da alles wohl bestellt

Und prahlt im stolzen Kleid!

Das hab' ich keck mir angeschaut,

Fand manch ein wunderseltsam Braut,

Fand manche Blüthe zart und schön,

Ließ ihren Duft mich tief durchweh'n.

CHORUS

Mein Lieb, daß Gott dich vielmal grüß,

Mein wilde, wilde Blume süß!

Durch Fern' und Zeit, in Lust und Leid

Bin dein ich nun in Ewigkeit.

Als du zuerst mich angelacht,

Nur einmal, frei und hell, --

Der Märchen alte Zaubermacht

Durchwogte mich zur Stell'.

Es wogte süß, es wogte bang

Ein heimlich sehnsuchtsvoller Drang,

Verschwieg'ne Glut, verborg'ne Lust,

Endlose Liebe in enger Brust.

CHORUS

Mein Lieb, daß Gott dich vielmal grüß,

Mein wilde, wilde Blume süß!

Durch Fern' und Zeit, in Lust und Leid

Bin dein ich nun in Ewigkeit.

Es weht die Luft mit leisem Duft --

Weiß wohl, was der mir bringt.

Aus blauer Höh' ein Vogel ruft --

Weiß wohl, was der mir singt.

Es grüßt der Duft so leis von dir,

Das Vöglein lockt: komm heim zu ihr,

Und pfleg' sie süß und wieg' sie mild,

Dein süßes Lieb, deine Blume wild!

CHORUS

Mein Lieb, daß Gott dich vielmal grüß,

Mein wilde, wilde Blume süß!

Durch Fern' und Zeit, in Lust und Leid

Bist mein du nun in Ewigkeit.