Warum, Geliebte, denk' ich dein

Ralf Gothóni

Warum, Geliebte, denk' ich dein

Auf Einmal nun mit tausend Thränen,

Und kann gar nicht zufrieden sein,

Und will die Brust in alle Weite dehnen?

Ach, gestern in den hellen Kindersaal,

Bei'm Flimmer zierlich aufgesteckter Kerzen,

Wo ich mein selbst vergaß in Lärm und Scherzen,

Tratst du, o Bildniß mitleid-schöner Qual;

Es war dein Geist, er setzte sich an's Mahl,

Fremd saßen wir mit stumm verhalt'nen Schmerzen;

Zuletzt brach ich in lautes Schluchzen aus,

Und Hand in Hand verließen wir das Haus.