Die verschwiegene Nachtigall

Robert Kahn

Unter der Linden,

An der Haide,

Wo ich mit meinem Trauten saß,

Da mögt ihr finden,

Wie wir beide

Die Blumen brachen und das Gras.

Vor dem Wald mit süßem Schall,

Tandaradei!

Sang im Thal die Nachtigall.

Ich kam gegangen

Zu der Aue,

Mein Liebster kam vor mir dahin.

Ich ward empfangen,

Als hehre Fraue,

Daß ich noch immer selig bin.

Ob er mir auch Küsse bot?

Tandaradei!

Seht, wie ist mein Mund so roth!

Da gieng er machen

Uns ein Bette

Aus süßen Blumen mancherlei,

Des wird man lachen

Noch, ich wette,

So Jemand wandelt dort vorbei.

Bei den Rosen er wohl mag,

Tandaradei!

Merken wo das Haupt mir lag.

Wie ich da ruhte,

Wüßt' es Einer,

Behüte Gott, ich schämte mich.

Wie mich der Gute

Herzte, Keiner

Erfahre das als er und ich.

Und ein kleines Vögelein,

Tandaradei!

Das wird wohl verschwiegen sein.