Nach Sevilla

Rudolf Wurmb

Nach Sevilla, nach Sevilla,

Wo die hohen Prachtgebäude

In den breiten Straßen stehn,

Aus den Fenstern reiche Leute,

Schön geputzte Frauen sehn:

Dahin sehnt mein Herz sich nicht!

Nach Sevilla, nach Sevilla,

Wo die letzten Häuser stehn;

Sich die Nachbarn freundlich grüssen,

Mädchen aus dem Fenster sehn,

Ihre Blumen zu begiessen,

Ach da sehnt mein Herz sich hin!

In Sevilla, in Sevilla,

Weiß ich wohl ein reines Stübchen,

Helle Küche, stille Kammer,

In dem Hause wohnt mein Liebchen,

Und am Pförtchen glänzt ein Hammer,

Poch' ich, macht die Jungfrau auf!

Guten Abend, guten Abend,

Lieber Vater setzt euch nieder.

Ei, wo seid ihr denn gewesen?

Und dann singt sie schöne Lieder;

Kann so hübsch in Büchern lesen,

Ach! und ist mein einzig Kind!