Der Herbstwind rüttelt die Bäume

Rudolph Bergh

Der Herbstwind rüttelt die Bäume,

Die Nacht ist feucht und kalt;

Gehüllt im grauen Mantel

Reite ich einsam im Wald.

Und wie ich reite, so reiten

Mir die Gedanken voraus;

Sie tragen mich leicht und luftig

Nach meiner Liebsten Haus.

Die Hunde bellen, die Diener

Erscheinen mit Kerzengeflirr;

Die Wendeltreppe stürm' ich

Hinauf mit Sporengeklirr.

Im leuchtenden Teppichgemache,

Da ist es so duftig und warm,

Da harret meiner die Holde,

Ich fliege in ihren Arm.

Es säuselt der Wind in den Blättern,

Es spricht der Eichenbaum:

Was willst Du, törichter Reiter,

Mit deinem törichten Traum?