Lied in der Fremde
S. Breu
Wie seh'n die Blumen fremd mich an,
die an den Wegen blühen!
Die Quelle blickt so trüb darein,
und scheu die Tiere fliehen.
Da ist's ganz anders bei mir daheim,
da lacht die Welt so blumig mir.
In meiner Heimat ist es traut,
und meine Heimat ist bei dir!
Es klingt so dumpf der Vögel Sang,
Im Wald hör' ich's nicht rauschen;
es ist, als würd' die Langeweil'
aus jedem Busche lauschen.
Die Menschen hier sind kalt und fremd,
ihr Wort, es weckt nicht Freuden,
kein Auge strahlt zum Willkomm mir,
und keine Trän' zum Scheiden.
Da ist's ganz anders bei mir daheim,
süß spricht dort Aug' und Mund zu mir.
In meiner Heimat ist es traut,
und meine Heimat ist bei dir!