Wechsellied beim Weine

S. Kan-No

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

gleich erwarmet meine Seele

und beginnt in hellen Tönen

einen Preisgesang der Musen.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

alsbald streu ich meinen Kummer,

all mein Zweifeln, all mein Sorgen

in den Braus der Meereswinde.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

läßt mich Bakchos, der des Schmerzes

Bande löset, Blumen atmend

süßberauscht im Tanze schwanken.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

wind ich Blumen mir zu Kränzen,

schmücke meine Stirne, singe

von des Lebens stillem Glücke.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

mag ich, schön von Salben duftend

und im Arm das Mädchen haltend

gerne von Kythere singen.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

wie entzückt ein Kreis von Mädchen

mich, wo volle, tiefe Becher

erst mir Geist und Sinn erweitern.

Trink ich ihn, den Saft der Reben,

mir von Tausenden gewinn ich,

was ich scheidend mit mir nehme;

doch den Tod teil ich mit allen.