Unter der Linde auf der Heide
S. Krehl
Unter der Linde
auf der Heide,
da unser Bette war,
da könnt ihr finden
alle beide
gebrochen, Blumen und auch Gras.
Vor dem Walde in einem Tal,
tandaradei,
schön sang die Nachtigall.
Ich kam gegangen
zu der Aue
und mein Liebster war schon dort.
Da ward ich empfangen,
heil'ge Jungfrau,
daß ich bin selig fort und fort.
Ob er mich küßte? Stund' um Stund',
tandaradei,
seht, wie rot mir noch der Mund!
Dann hat er gerichtet
weich und prächtig
von Blumen eine Lagerstatt.
Herzlich wird noch mancher lachen,
kommt er daher den selben Pfad.
An den Rosen er dann mag,
tandaradei,
merken, wo das Haupt mir lag.
Wenn es jemand wüßte,
wie er war,
ach behüte Gott, wie schämt' ich mich!
Wie oft er mich küßte,
niemals jemand
erfahre es, nur er und ich.
Und ein kleines Vögelein,
tandaradei,
das wird wohl verschwiegen sein.