Lass ihn geh'n, lass ihn geh'n

S. Lange

Laß ihn gehn, laß ihn gehn, liebe Schwester mein,

Er hat mich nie geliebt,

Es muß ja doch ein Ende sein,

Weil nie sein Herz vergiebt.

„O Annemarei mein liebes Kind,

Laß mich sagen ein einzig Wort,

Oder besser, eil' ihm nach geschwind,

Er geht gewißlich fort.”

Laß ihn gehn, laß ihn gehn, wohin er mag

Wenn er scheiden kann von mir! --

„O Kind, des trotz'gen Herzens Schlag

Bringt noch viel Thränen dir.”

O nein, keine Thräne, liebe Schwester mein,

Um diesen harten Mann --

Eh' spring ich in den See hinein,

Wenn er mich lassen kann.

„Und lieber als in den See hinein

Spring ihm doch in die Arm',

Der See ist kalt, liebe Schwester mein,

Und ach sein Herz ist warm.

Spring in die Arm ihm, küß' ihn schön

Und schau in's Aug' ihm warm --

'S ist besser als Auseinandergehn,

Ich kenn's, daß Gott erbarm!”