Die Einsame

S. Saloman

Fließet nieder, stille Tränen,

armes Herz, leg' dich zur Ruh'!

All mein Lieben, all mein Sehnen,

ach, dir, Teurer, schwärmt es zu!

Trübe schleicht der Tag von hinnen,

einsam, einsam meine Nacht,

und der Sehnsucht Tränen rinnen;

ihre Flamme ist entfacht.

Doch die Ahnung schön'rer Tage

überkommt die Seele mir;

leiser wird der Liebe Klage,

und mein Schmerz ruht aus in dir.

Süße Träume, süße Bilder,

wieget ein das kranke Herz!

Aug' der Nacht, o schaue milder!

Schlumm're ein, du tiefer Schmerz!