Vater der Liebe

S. Saloman

Vater der Liebe, ewig mild,

Allsegnender in Himmelshöhen,

dess Antlitz lächelnd sich enthüllt,

steigt auf zu ihm des Kindes Flehen!

Ach, vor dem Throne deiner Gnade

sieh' knien die Liebe im Gebet!

Dass du auf dunkler Prüfung Pfade

sie schützest, ihre Träne fleht.

Vater der Liebe, ewiges Licht!

Es muss die tiefste Nacht sich hellen,

willst du, dass sie ein Strahl durchbricht

aus deines Lichtreichs ew'gen Quellen.

Wenn auch des letzten Sternes Schimmer

versinket in schwarzer Wolken Nacht,

die Liebe will verzagen nimmer,

weiß sie nur, dass dein Auge wacht.

Vater der Liebe, mächt'ger Hort!

Was ist der Stürme wildes Toben,

führst du das Schifflein in den Port,

willst du, dass es der Angst enthoben?

Ob tausend Gräber sich erschließen,

die Liebe, sie kann nicht untergeh'n,

soll sie des Friedens Hafen grüßen,

dein heil'ger Wille wird gescheh'n.