Verblühter Frühling
S. Salomon
Es ist ein trüber Junitag
Der Nebel rinnt durch feuchtes Grün
Der Pirol singt mit süßem Schlag
Und taubeschwert die Rosen blühn.
Tief in des Parkes Blätternacht
Ein Rauschen schläft, ein trüber Schall
Als würd'ein Glück zu Grab gebracht
Bei leisem Frühlingsregenfall.
Noch träumt verschollen in der Luft
Ein Lachen, das im Park verstob
Noch schwimmt im jungen Grün der Duft,
Der einst ihr blondes Haar umwob.
Sie selbst zog längst die Silberspur
Dorthin wo keiner bangt noch irrt -
Jetzt schläft der Park, ein Windstoß nur
Die tropfenschweren Bäume wirrt.
Und leise strebt in heil'ger Ruh
Vom Lenz, des Blütentraum zerbrach
Mein Herz der großen Heimat zu,
Ewig geliebtes Lieb, Dir nach.