Die Ruinen

S. Thalberg

Seht ihr dort oben am Hügel

Den alten, einsamen Thurm,

Die Linde dabey und die Mauern,

Zerrüttelt von manchem Sturm?

Da bin ich umher geklettert

Durch Distel, Gesträuch und Schutt,

Da wurde mir trüb' zum Weinen,

Bin sonst em fröhliches Blut.

Da stehen an Wänden Nahmen,

Gar viel', oft halb verbleicht,

Die Nahmen sind noch vereinigt, --

Geschieden die Menschen vielleicht.

Da kritzelte auch mein Liebchen

Den ihrigen an die Wand;

Nun aber such' ich vergebens

Die Züge der lieben Hand.

Der Mörtel ist abgefallen,

Hinweg der Nahme, wie Sie.

Ach, meiner Seele Ruinen

Bewahren ihn treuer, als die! --