Ewig bei dir

S. Warteresiewicz

Wenn ich den Blick zum Himmel richte,

Wo windgejagt die Wolken ziehn,

Wenn zu der Sterne mildem Lichte

In trüber Stund' die Seufzer fliehn;

Dann klammert an der Wolken Flügel

Sich meiner Sehnsucht Arm geschwind.

Ich flög' ja über Thal und Hügel

So gern zu Dir, geliebtes Kind!

Wenn zu des Waldes kühlem Schatten

Ich Morgens oft den Schritt gelenkt,

Wenn ich gepflückt von grünen Matten

Die bunten Blumen, thaugetränkt;

Dann denk' ich: "Ging zu meiner Rechten

Doch sie, die meine Seele minnt!

Dürft' ich in Deine Locken flechten

Den Blumenkranz, geliebtes Kind!"

Wenn mir die Zeit ein Glück beschieden,

Mir einen süßen Wunsch gewährt,

Wenn nach den trüben Stunden Frieden

Und Lust zurück dem Herzen kehrt;

Dann möcht' zu Dir ich jauchzend eilen,

Daß doppelt Lust das Herz gewinnt,

Denn alle meine Freuden theilen

Will ich mit Dir, geliebtes Kind!

O, ewig die Gedanken schweben

Zu Dir, mein Lieb, durch Wald und Au'n!

An Deiner Seite will ich leben,

In Deine Augen will ich schaun!

Um Deine Liebe will ich werben,

Bis meines Lebens Hauch zerrinnt.

In Deinen Armen will ich sterben,

An Deiner Brust, geliebtes Kind!