An Apollon

S. Westendorp

Es ist am Abend im April.

Der Käfer kriecht ins dichte Moos.

Er hat »so« Angst – die Welt »so« gross!

Die Wirbelwinde hadern mit dem Leben,

Ich halte meine Hände still ergeben

Auf meinem frommbezwungenen Schoss.

Ein Engel spielte sanft auf blauen Tasten,

Langher verklungene Phantasie.

Und alle Bürde meiner Lasten,

Verklärte und entschwerte sie.

Jäh tut mein sehr verwaistes Herz mir weh –

Blutige Fäden spalten seine Stille.

Zwei Augen blicken wund durch ihre Marmorhülle

In meines pochenden Granates See.

Er legte Brand an meines Herzens Lande –

Nicht mal sein Götterlächeln

Liess er mir zum Pfande.