Der Hirte
S. Westendorp
Der Hirte träumt auf seinem Wiesenhügel,
Und in Palazzo ruhen Dogenhände wie die Flügel
Der teppichbuntgestickten Engelin
Im Maschenreiche Farbenspiele grün.
Und für den Dogen blüht der Hirte nur
Und seine Schafherzgarbe schmückt das weiße Haus
Viel manniginniger als alle Blumen auf der Flur,
Denn immer hauchte er sein Leben aus.
Und sitzt Paolo wie St. Marcus auf dem Thron
– Im Regenbogen lächelt süß der Friede –
Goldtönen die Apostel auf der Sonnenuhr
Und seine Stadt schwimmt fern auf seinem Liede...
Die Wolle seiner Herden kräuselte sich schon
Und lächelnd trieb der Knabe sie zur Schur
Und zungenredete vor seiner sanften Prozession.