Die schwarze Bhowanéh

S. Westendorp

Meine Lippen glühn

Und meine Arme breiten sich aus wie Flammen!

Du mußt mit mir nach Granada ziehn

In die Sonne, aus der meine Gluten stammen...

Meine Ader schmerzt

Von der Wildheit meiner Säfte,

Von dem Toben meiner Kräfte.

Granatäpfel prangen

Heiss, wie die Lippen der Nacht!

Rot, wie die Liebe der Nacht!

Wie der Brand meiner Wangen.

Auf dem dunklen Schein

Meiner Haut schillern Muscheln auf Schnüre gezogen,

Und Perlen von sonnenfarb'gem Bernstein

Durchglühn meine Zöpfe wie Feuerwogen.

Meine Seele bebt,

Wie eine Erde bebt und sich aufthut

Dürstend nach Luft! Nach säuselnder Flut!

Heisse Winde stöhnen,

Wie der Odem der Sehnsucht,

Verheerend wie die Qual der Sehnsucht...

Und über die Felsen Granadas dröhnen

Die Lockrufe der schwarzen Bhowanéh!